oursing war die jagdliche Verfolgung eines Tieres durch Hounds,
wobei diese nach dem Auge, nicht nach der Nase jagen. Das verfolgte Tier war
von Land zu Land verschieden. Es konnte praktisch jedes Tier sein, das durch
ziemlich offenes Gelände läuft, z.B. Feldhase, Wolf , Hirsch. Heute
bezieht sich der Begriff Coursing auf Greyhounds, die dem Hasen nachjagen. Er wird aber
ebenso angewandt für jede Windhundrasse, die mit hoher Geschwindigkeit
einem Tier nachjagt. Es handelt sich um eine alte Jagdart, die sich bis in die
Zeiten des klassischen Griechenlands zurückverfolgen
lässt.Ursprünglich war Coursing ein Wettlauf der Hounds mit ihrer
Beute, nicht von zwei Windhunden gegeneinander. Im Interesse der Sportlichkeit
wurde die Zahl der jagenden Hounds auf zwei beschränkt. Der Beute gab man
immer einen bedeutenden Vorsprung, ehe die Hounds losgelassen wurden. Ziel war
immer der Reiz der Jagd, weniger der Tod des verfolgten Tieres. Es dauerte bis
zur Zeit der Tudors, bevor sich diese Jagdart in einen Wettbewerbssport
wandelte und beim Adel und in der breiten Öffentlichkeit seine
Anhänger fand. Shakespeare weist vielfältig auf das Coursing hin, aus
seinen Schauspielen ergibt sich, dass Coursing zu einem Wettbewerb unter Hunden
wurde. Die ersten Regeln für die Beurteilung der Sieger wurden nach
Anweisung von Queen Elizabeth I durch den Duke of Norfolk aufgestellt. Seither
gab es hieran nur geringfügige Veränderungen. Der erste Coursing
Club wurde 1776 in Swaffham in Norfolk gegründet. Allerdings wurde die
Teilnahme auf den glatthaarigen englischen Greyhound beschränkt.
Ethusiasten anderer Windhundrassen mussten ihre eigenen Arrangements für
Wettbewerbe aufstellen. 1858 wurde der National Coursing Club
gegründet.
Quelle: Mary McBride
- Der Irish Wolfhound |
 Irish
Wolfhounds beim Hasencoursing Gemälde von
Micheal Lyn Erster
Präsident des Irish Wolhound Coursing Clubs (Wanderpreis für den
Lure Courser of the Year , UK)
 Jagdgehilfe mit Windhunden (wahrscheinlich
Deerhounds) Gemälde von EdwinLandseer (1802-1873) |
eute gibt es in Europa offiziel keine Coursings mit
lebender Beute. Um diesen Windhundsport weiterhin ausüben zu können,
bedient man sich der Technik. Diese besteht im Wesentlichen aus einer sog. Hasenzugmaschine (ein
Motor, der eine Trommel mit ca. 1000m Zugschnur kontrolliert steuern kann),
einer Anzahl von im Boden zu befestigenden Schnurrollen und natürlich dem
"Hasen", in diesem Fall ein künstliches Hetzobjekt, welches am Ende der
Schnur befestigt ist. Auf
einem geeigneten Gelände wird nun die Jagdstrecke (der Parcours)
festgelegt, indem man die Schnurrollen derart im Gelände verteilt
(steckt), dass sich vom Start zum Ziel ein Rundkurs mit eingebauten
Zick-Zack-Kurven ergibt, wenn die über die Rollen ausgelegte Schnur mit
dem Köder von der Hasenzugmaschine wieder eingezogen
wird. Wenn möglich
starten zwei Hunde pro Lauf. In einem Wettkampf-Coursing beurteilen im Parcours
stehende Feldrichter die Hunde nach einem Punktsystem. Es werden
Aufmerksamkeit, Wendigkeit, das rassespezifische Jagdverhalten, die
Schnelligkeit und Ausdauer und last but not least der Fang des Hasen bewertet.
Zur optischen Unterscheidung trägt ein Hund eine rote, der andere eine
weiße Renndecke oder Halskrause. Im Gegensatz zu
einem Bahnrennen wird die Zeit nicht gemessen, da hier eben andere Kriterien
gelten. Ein Coursing besteht aus zwei Läufen mit unterschiedlicher
Streckenführung, z.T. mit Hindernissen, Ein guter Hund ist "hasenscharf",
d.h. er lässt sich durch nichts davon abbringen, den Hasen wirksam zu
hetzen, ihn je nach Rasse für sich allein oder gemeinsam mit seinem
Mitläufer zu stellen und den Lauf mit dem besagten Fang (Kill) des "Hasen"
zu beenden..
Uwe
Winchenbach |